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Alte Fotos digitalisieren: Scanner, Handy oder Dienstleister

· 7 Min. Lesezeit · Das Memory Palace Team

Sehen, welche Jahre Ihre Fotos abdecken, ohne Konto

Im Schrank steht ein Schuhkarton: Abzüge mit gezacktem Rand, ein Umschlag mit Negativen, zwei Diamagazine vom Urlaub 1978 und ein Album, dessen Folien vergilbt sind. Dass man das alles einmal digitalisieren sollte, wissen alle. Womit man anfängt, weiß kaum jemand. Dieser Ratgeber vergleicht die drei Wege, nennt die Einstellungen, die wirklich zählen, und zeigt, was Dienstleister in Deutschland laut ihren eigenen Preislisten verlangen.

Zuletzt geprüft: 6. Oktober 2026, auf den Preisseiten der genannten Anbieter. Preise ändern sich; prüfen Sie sie vor einer Bestellung.

Die kurze Antwort

Für Papierfotos ist ein Flachbettscanner bei 600 dpi der beste Kompromiss aus Zeit und Qualität. Für einen ersten Überblick oder eingeklebte Alben reicht das Smartphone. Dias und Negative brauchen Licht von hinten: einen Filmscanner, einen Scanner mit Durchlichteinheit oder einen Dienstleister. Und was auch immer Sie wählen: Schreiben Sie auf, wer auf den Fotos ist.

Drei Wege im Vergleich

Selbst scannenAbfotografierenDienstleister
AusrüstungFlachbettscanner, Computer; für Dias und Negative DurchlichtSmartphone, Tageslicht, optional die kostenlose App PhotoScanEin Karton und ein Versandetikett
Zeit pro 100 Fotos (unser Richtwert)Etwa zwei bis drei Stunden, weniger, wenn mehrere Fotos auf das Glas passenEtwa eine halbe bis eine Stunde, mit ZuschneidenFür Sie: Sortieren und Verpacken. Bearbeitung beim Anbieter: zum Beispiel etwa 21 Werktage bei SCANADO (Stand 6. Oktober 2026)
QualitätHoch und gleichmäßigGut für den Bildschirm; Spiegelungen und Schräglage möglichHoch, je nach gewählter Stufe
Kosten für 100 PapierfotosKeine, wenn Sie schon einen Scanner habenKeineLaut Preislisten 29 Euro (MEDIAFIX, 600 dpi) bis 59 Euro (Foto Kurz, 300 dpi), plus Versand
Passt zuLosen Abzügen, Fotos, die Sie restaurieren oder vergrößern möchtenEingeklebten Alben, einem schnellen ersten DurchgangHunderten Dias oder Negativen, wenig Zeit

Selbst scannen: die Einstellungen, die zählen

VorlageAuflösungHinweis
Normale Abzüge (9x13, 10x15)600 dpiGenug, um später zuzuschneiden und zu vergrößern
Kleine Fotos, Passbilder, Kontaktabzüge1.200 dpiKleine Vorlagen brauchen mehr Punkte pro Zoll
Kleinbild-Dias und -Negative3.000 bis 4.000 dpiDie DFG nennt für Kleinbildnegative mindestens 3.000 dpi; für Kleinbild können 4.000 dpi gewählt werden
Mittelformat (6x6, 6x9)2.400 dpiWert aus den DFG-Praxisregeln
  • TIFF für das Original. Das ist Ihre Masterdatei, die Sie nicht mehr anfassen. Für das Teilen erstellen Sie eine JPEG-Kopie.
  • Farbe, auch bei Schwarz-Weiß. Ein Schwarz-Weiß-Foto in Farbe gescannt behält den Ton des Papiers und lässt sich später besser bearbeiten.
  • Automatische Korrekturen aus. Schärfen, Entrastern und Farbkorrektur können Sie später auf einer Kopie machen, aber nicht rückgängig.
  • Glas sauber. Jeder Fussel auf der Scheibe ist auf jedem Scan.

Abfotografieren mit dem Smartphone, richtig gemacht

  1. Legen Sie das Foto flach an ein Fenster, aber nicht in die direkte Sonne. Gleichmäßiges Tageslicht ist besser als die Deckenlampe.
  2. Halten Sie das Handy genau parallel über das Foto. Schon eine kleine Neigung macht aus dem Rechteck ein Trapez.
  3. Ohne App: Blitz aus, er macht einen hellen Fleck auf Glanzpapier. Mit der kostenlosen App PhotoScan von Google ist es umgekehrt: Laut Google-Hilfe soll der Blitz an sein, denn die App fotografiert das Bild aus mehreren Positionen, während Sie den Kreis über vier Punkte führen, und entfernt so Spiegelungen.
  4. Nehmen Sie Fotos aus Hüllen und Folien, wenn das ohne Schaden geht. Eingeklebte Fotos lassen Sie, wo sie sind.
  5. Fotografieren Sie auch die Rückseite, wenn dort etwas geschrieben steht. Ein Name oder ein Datum in alter Handschrift ist oft mehr wert als das Bild selbst.

Für den Bildschirm und für die Familie ist das mehr als genug. Möchten Sie ein Foto später restaurieren oder groß drucken, scannen Sie genau dieses eine Foto noch einmal.

Dias und Negative digitalisieren

Dias und Negative sind durchsichtig und müssen von hinten beleuchtet werden. Ein normaler Flachbettscanner kann das nicht. Sie haben drei Möglichkeiten:

  • Flachbettscanner mit Durchlichteinheit im Deckel. Mit Halterungen für Filmstreifen und gerahmte Dias, die mehrere Bilder auf einmal aufnehmen.
  • Eigener Film- oder Diascanner. Lohnt sich für einige hundert Dias, wenn Sie Zeit haben.
  • Abfotografieren mit Kamera und Makroobjektiv über einer gleichmäßigen Lichtquelle, etwa einer Leuchtplatte. Schnell, verlangt aber etwas Übung.

Negative müssen danach umgekehrt werden. Scansoftware tut das automatisch; beim Abfotografieren machen Sie es selbst, und Farbnegative brauchen wegen ihrer orangefarbenen Maske eine Farbkorrektur. Bei Dias lohnt ein Blick auf den Rahmen: Dort steht oft Monat und Jahr der Entwicklung, ein guter Hinweis auf das Aufnahmejahr. Ab einigen hundert Dias oder Negativen entscheiden sich die meisten für einen Dienstleister.

Dienstleister in Deutschland: Preise im Vergleich

Vier Anbieter, die ihre Preise selbst veröffentlichen. Die Tabelle zeigt den Preis für kleine Mengen, wie er auf der Preisliste steht. Größere Mengen sind überall günstiger.

AnbieterPapierfotosKleinbild-DiasKleinbild-NegativeGut zu wissen
MEDIAFIX (Köln)0,29 Euro bei 600 dpi (bis 500 Stück)0,22 Euro bei 4.250 dpi (bis 500 Stück), ab 15.10.2026 laut Seite 0,23 Euro0,25 Euro bei 4.250 dpi (bis 500 Stück), ab 15.10.2026 laut Seite 0,27 EuroMindestauftragswert 15 Euro, ab 15.10.2026 25 Euro inklusive Versand und Datenträger. TIFF gegen Aufpreis.
SCANADO (München)0,40 Euro bei 600 dpi, Flachbett, ab 1 Stück0,24 Euro bei 3.900 dpi, ab 1 Stück0,21 Euro bei 2.100 dpi, ab 1 StückBearbeitung etwa 21 Werktage (Stand 6.10.2026). Originale kommen standardmäßig zurück. Versand zusätzlich.
Foto Kurz (Böblingen)0,59 Euro bei 300 dpi, eingeklebte Albumfotos 0,99 Euro0,29 Euro bei 1.800 dpi, 0,49 Euro bei 3.600 dpi0,29 Euro pro Einzelnegativ (2075x3130 Pixel)Einrichtungspauschale 1,29 Euro pro Auftrag, entfällt ab 100 Stück. Scans im eigenen Labor.
Rasch-DiascanNicht auf dieser Preisliste0,42 Euro im Diarahmen (bis 499 Stück)0,51 Euro im Filmstreifen (bis 499 Stück)TIFF als empfohlenes Format. Mindermengenzuschlag 14,90 Euro bei kleinen Aufträgen, Versandpauschale Deutschland 6,90 Euro.

Zuletzt geprüft: 6. Oktober 2026. Alle Preise laut Anbieter inklusive Mehrwertsteuer, soweit angegeben.

Fünf Fragen, bevor Sie einen Karton verschicken:

  • Mit welcher Auflösung wird gescannt, und kann ich sie wählen?
  • Bekomme ich TIFF oder nur JPEG?
  • Wird Staub automatisch entfernt, und bekomme ich auch die unbearbeitete Datei?
  • Bekomme ich alle Originale zurück, und wie sind sie versichert?
  • Bleibt die Reihenfolge der Magazine und Alben erhalten? Sie ist oft der einzige Hinweis auf das Jahr.

Dateien benennen und datieren

Ein guter Dateiname beginnt mit dem Jahr: 1962_Erstkommunion_Anna.tif oder, wenn Sie nur das Jahrzehnt kennen, 1960er_Garten_Oma.tif. So sortiert jeder Computer die Fotos von selbst richtig. Ordner nach Jahrzehnt oder nach Ereignis helfen beim Wiederfinden.

Achten Sie auf das Datum in der Datei selbst. Bei gescannten und abfotografierten Bildern steht dort meist der Tag des Scannens, nicht das Jahr der Aufnahme. Wie gut die Jahre in Ihrer Sammlung abgedeckt sind, sehen Sie an Ihren digitalen Fotos mit der kostenlosen Foto-Zeitleiste; sie liest nur das Datum in jeder Datei, in Ihrem Browser, und lädt nichts hoch. Wie Sie ein altes Foto zeitlich einordnen, lesen Sie in unserem Ratgeber zum Datieren alter Fotos.

Danach: sichern und beschriften

  • Drei Kopien, zwei Speicherarten, eine außer Haus. Zum Beispiel der Computer, eine externe Festplatte und ein Cloud-Speicher oder eine Festplatte bei Verwandten.
  • Namen und Jahre aufschreiben. Setzen Sie sich mit jemandem zusammen, der sich noch erinnert. Wer ist das? Wo war das? Ungefähr welches Jahr? Ein Satz pro Foto genügt.
  • Originale aufbewahren. Auch nach dem Scannen, kühl, trocken und dunkel.

Ein Scan ohne Namen ist in zwanzig Jahren genauso ein Rätsel wie der Abzug heute. Wenn Sie die Fotos danach gemeinsam mit den Geschichten dazu aufbewahren möchten, ist The Memory Palace dafür gemacht.

Quellen

Häufige Fragen

Was ist besser: alte Fotos scannen oder abfotografieren?

Scannen liefert gleichmäßigere Qualität ohne Spiegelungen und Verzerrung und ist besser, wenn Sie ein Foto später restaurieren oder groß drucken möchten. Abfotografieren mit dem Smartphone ist viel schneller und reicht für das Ansehen am Bildschirm und das Teilen in der Familie. Viele beginnen mit dem Handy für den Überblick und scannen danach die wichtigsten Fotos.

Mit wie viel dpi sollte ich alte Fotos scannen?

Für normale Abzüge sind 600 dpi ein guter Wert, für kleine Fotos wie Passbilder 1.200 dpi. Die DFG-Praxisregeln nennen 300 dpi als Untergrenze für Aufsichtvorlagen, die mit bloßem Auge betrachtet werden, und deutlich höhere Werte für Negative und Dias.

Kann ich Dias selbst digitalisieren?

Ja, mit einem Filmscanner, einem Flachbettscanner mit Durchlichteinheit im Deckel oder einer Kamera mit Makroobjektiv und einer gleichmäßigen Lichtquelle hinter dem Dia. Ein normaler Flachbettscanner ohne Durchlicht reicht nicht. Für Kleinbild nennen die DFG-Praxisregeln 4.000 dpi als mögliche Scanauflösung.

Was kostet es, Fotos digitalisieren zu lassen?

Laut den Preislisten vom 6. Oktober 2026 zum Beispiel 0,29 Euro pro Foto bei 600 dpi bei MEDIAFIX (bis 500 Stück), 0,40 Euro bei SCANADO (600 dpi, ab dem ersten Bild) und 0,59 Euro bei Foto Kurz (300 dpi). Dazu kommen Versand, Datenträger und teilweise ein Mindestauftragswert.

Wie digitalisiere ich alte Negative?

Negative werden wie Dias mit Durchlicht gescannt und danach in ein Positiv umgerechnet. Das erledigen Filmscanner und Scansoftware automatisch. Beim Abfotografieren müssen Sie das Bild selbst umkehren, und Farbnegative haben eine orangefarbene Maske, die eine Korrektur braucht. Bei vielen Negativen ist ein Dienstleister meist einfacher.

Wie benenne ich digitalisierte Fotos?

Beginnen Sie den Dateinamen mit dem Jahr, damit die Fotos von selbst in der richtigen Reihenfolge stehen, zum Beispiel 1962_Erstkommunion_Anna.tif. Ist das Jahr unsicher, schreiben Sie das ungefähre Jahrzehnt. Wer auf dem Foto ist, notieren Sie in der Bildbeschreibung oder in einer Textdatei daneben.

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