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Alte Fotos digitalisieren: scannen, abfotografieren oder machen lassen

23. September 2026 · 4 Min. Lesezeit · Das Memory Palace Team

Unten im Schrank steht ein Schuhkarton. Abzüge mit Büttenrand, ein Umschlag mit Negativen, ein Fotoalbum mit vergilbten Plastikhüllen und zwei Kästen Dias von der Italienreise 1978. Alle wissen, dass das irgendwann digitalisiert werden muss. Niemand weiß, wo man anfangen soll. Dieser Artikel hilft Ihnen bei der Wahl.

Die kurze Antwort

Für gewöhnliche Abzüge bietet ein Flachbettscanner mit 600 dpi das beste Verhältnis von Zeit und Qualität. Möchten Sie schnell einen Überblick, geht es auch mit dem Handy, bei Tageslicht und senkrecht über dem Foto. Dias und Negative brauchen einen Scanner mit Durchlichteinheit oder einen Dienst, der das für Sie übernimmt. Und was Sie auch wählen: Schreiben Sie dazu, wer auf dem Foto ist, denn das ist der Teil, der verloren geht.

Drei Wege im Vergleich

ScannenAbfotografierenMachen lassen
Am besten fürAbzüge, Alben, die sich auseinandernehmen lassenEinen ersten Überblick, Alben, die sich nicht auseinandernehmen lassenHunderte von Dias oder Negativen
QualitätHoch und gleichmäßigGut für den BildschirmHängt vom Dienst ab
ZeitEin bis zwei Minuten pro FotoEinige Sekunden pro FotoIhre Zeit: fast keine
Worauf achtenSauberes Glas, automatische Korrektur ausSpiegelungen, Schräglage, SchattenAuflösung, Format, Originale zurück

Scannen: die Einstellungen, auf die es ankommt

  • 600 dpi für gewöhnliche Abzüge, 1200 dpi für kleine Fotos. So können Sie später zuschneiden und vergrößern.
  • TIFF oder PNG für das Original. Das rühren Sie nie wieder an. Restaurieren, Einfärben und Zuschneiden machen Sie an einer Kopie.
  • Farbe, auch bei Schwarz-Weiß. Ein Schwarz-Weiß-Foto in Farbe zu scannen bewahrt den Ton des Papiers und erleichtert eine spätere Restaurierung.
  • Automatische Verbesserungen aus. Sie möchten das Foto so, wie es ist. Verbessern geht später, rückgängig machen nicht.

Scannen Sie mehrere Fotos gleichzeitig, wenn Ihr Scanner sie getrennt speichern kann. Das spart die Hälfte der Zeit.

Abfotografieren: wann es genügt

Ein Album mit eingeklebten Fotos müssen Sie nicht zerlegen. Fotografieren Sie die Seiten ab. Legen Sie das Album an ein Fenster, ohne direktes Sonnenlicht, und halten Sie das Handy senkrecht über das Foto. Schalten Sie den Blitz aus: Er erzeugt einen weißen Fleck auf glänzendem Papier. Eine Scan-App, die mehrere Bilder kombiniert, etwa Google PhotoScan, entfernt die meisten Spiegelungen und richtet das Foto gerade aus.

Für den Bildschirm, für eine Familien-App oder für ein erstes Ordnen reicht das völlig. Möchten Sie später ein Foto restaurieren oder groß drucken, scannen Sie genau dieses eine Foto noch einmal.

Dias und Negative

Ein Dia oder Negativ muss von hinten beleuchtet werden. Ein gewöhnlicher Flachbettscanner kann das nicht. Sie brauchen einen Scanner mit Durchlichteinheit im Deckel, einen eigenen Dia- und Negativscanner oder einen Dienst. Bei einigen Dutzend Dias kann sich ein eigenes Gerät lohnen. Bei einigen Hundert entscheiden sich die meisten Menschen für einen Dienst.

Machen lassen: fünf Fragen vorab

  • Mit welcher Auflösung scannen Sie, und kann ich sie wählen?
  • Bekomme ich TIFF oder nur JPEG?
  • Werden Staub und Kratzer automatisch entfernt, und bekomme ich auch die unbearbeitete Fassung?
  • Wie werden die Originale verpackt und verschickt, und bekomme ich alle zurück?
  • Bleibt die Reihenfolge der Kartons und Alben erhalten?

Die letzte Frage ist wichtiger, als sie scheint. Die Reihenfolge in einem Album ist oft der einzige Hinweis auf das Jahr.

Der Teil, den niemand scannt: die Namen

Ein digitalisiertes Foto ohne Namen ist in zwanzig Jahren genauso ein Rätsel wie der Abzug heute. Nehmen Sie sich bei jedem Stapel einen Moment mit jemandem, der es noch weiß. Wer ist das? Wo war das? Welches Jahr ungefähr? Schreiben Sie es auf, in den Dateinamen, in die Beschreibung oder in eine Notiz daneben. Ein Satz genügt.

Wer danach ein einzelnes beschädigtes Foto wiederherstellen möchte, kann das kostenlos und ohne Konto auf thememorypalace.ai/restore tun. Und wer sehen möchte, welche Jahre bei den digitalen Fotos noch fehlen, kann das auf thememorypalace.ai/timeline.

Häufige Fragen

Mit welcher Auflösung sollte ich alte Fotos scannen?

Für einen gewöhnlichen Abzug sind 600 dpi ein gutes Maß. Kleine Fotos wie Passbilder oder Kontaktabzüge scannen Sie mit 1200 dpi, damit Sie später vergrößern können. Unter 300 dpi gehen Details in Gesichtern verloren.

Reicht es, mit dem Handy abzufotografieren?

Zum Teilen und Ansehen ja. Legen Sie das Foto flach an ein Fenster ohne direktes Sonnenlicht, halten Sie das Handy senkrecht darüber und schalten Sie den Blitz aus. Eine Scan-App, die mehrere Aufnahmen kombiniert, etwa Google PhotoScan, verringert Spiegelungen auf glänzendem Papier. Für großformatige Abzüge oder eine Restaurierung bleibt ein Scanner die bessere Wahl.

In welchem Dateiformat speichere ich meine Scans?

Speichern Sie das Original als TIFF oder PNG. Diese Formate werfen nichts weg. Zum Teilen erstellen Sie eine JPEG-Kopie. Jedes Mal, wenn ein JPEG neu gespeichert wird, geht ein wenig Qualität verloren.

Kann ich Dias mit einem gewöhnlichen Scanner scannen?

Meist nicht gut. Ein Dia muss von hinten beleuchtet werden. Dafür braucht es einen Scanner mit Durchlichteinheit im Deckel, einen eigenen Diascanner oder einen Dienst, der Dias und Negative digitalisiert.

Wie ordne ich Tausende gescannte Fotos?

Beginnen Sie mit Ordnern nach Jahrzehnten oder Anlässen, und geben Sie Dateien einen Namen, der mit dem Jahr beginnt, zum Beispiel 1962_kommunion_jan.tif. Notieren Sie in einer Textdatei oder in der Beschreibung, wer darauf zu sehen ist. Für digitale Fotos mit Aufnahmedatum zeigt thememorypalace.ai/timeline, welche Jahre noch fehlen.

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