Ahnenforschung für Anfänger: so beginnen Sie und diese Quellen helfen
· 6 Min. Lesezeit · The Memory Palace Team
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Wer mit der Ahnenforschung beginnt, hat oft nur ein paar Namen und eine Schachtel mit Fotos. Das reicht. Mit etwas Geduld und den richtigen Quellen kommen Sie in Deutschland meist mehrere Generationen weit zurück, ein großer Teil davon kostenlos.
Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie anfangen, welche Quellen Sie in welcher Reihenfolge nutzen, und wie Sie Ihre Funde so aufbewahren, dass Ihre Familie sie später findet. Eine ausführliche Übersicht der Archive gibt unser Ratgeber Stammbaum in Deutschland beginnen: wo Sie welche Unterlagen finden.
Schritt 1: eine Frage statt aller Vorfahren
Mit acht Urgroßeltern und sechzehn Ururgroßeltern wird es schnell unübersichtlich. Beginnen Sie deshalb mit einer Frage, zum Beispiel: Woher stammte die Familie meines Großvaters? Oder: Wer war die Frau auf dem Hochzeitsfoto von 1912? Eine Frage gibt Ihnen eine Linie, und jede beantwortete Frage führt zur nächsten.
Wie Sie die gefundenen Personen sauber in einen Stammbaum eintragen, steht in Stammbaum erstellen, Schritt für Schritt.
Schritt 2: bei der Familie beginnen
Bevor Sie ein Archiv anschreiben, schauen Sie, was in der Familie liegt, oft in einer Schublade bei Ihren Eltern oder Großeltern:
- Das Familienstammbuch mit Heirat, Geburten der Kinder und Sterbefällen, oft mit Ort und Standesamt.
- Der Ahnenpass aus den 1930er Jahren. Viele Familien mussten damals ihre Abstammung nachweisen. Die Einträge nennen Daten, Orte und oft die Kirchengemeinde, also genau die Hinweise, die Sie für die nächste Generation brauchen.
- Totenzettel (Sterbebilder), vor allem in katholischen Gegenden, mit Geburts- und Sterbedatum und manchmal einem Foto.
- Briefe, Zeugnisse, Militärpapiere, Fotos mit Notizen auf der Rückseite.
Sprechen Sie dann mit den ältesten Verwandten. Fragen Sie nach Namen, Orten, Berufen und Umzügen, und nehmen Sie die Gespräche mit dem Telefon auf. Unser kostenloser Fragebogen mit zwanzig Fragen an Ihre Eltern hilft beim Einstieg, mehr in ältere Familienmitglieder interviewen.
Schritt 3: die Quellen, in dieser Reihenfolge
Standesamt
Seit dem 1. Oktober 1874 in Preußen und seit dem 1. Januar 1876 im ganzen Deutschen Reich beurkunden Standesämter Geburten, Heiraten und Sterbefälle, links des Rheins schon seit 1798. Nach § 5 Personenstandsgesetz (PStG) bleiben Geburtsregister 110 Jahre, Heiratsregister 80 Jahre und Sterberegister 30 Jahre beim Standesamt. Danach gehen sie an ein öffentliches Archiv.
Nach § 62 PStG dürfen Sie Urkunden über sich selbst, Ehe- oder Lebenspartner, Vorfahren und Nachkommen anfordern. Für andere Verwandte brauchen Sie ein rechtliches Interesse. Schreiben Sie an das Standesamt des Ortes, an dem das Ereignis beurkundet wurde.
Stadt- und Kreisarchive
Ältere Personenstandsregister liegen meist im Stadt- oder Kreisarchiv. Dort finden Sie oft auch Einwohnerkarteien, Bürgerbücher und Adressbücher. Fragen Sie vorher per E-Mail, was vorhanden ist und wie Sie Einsicht nehmen können.
Kirchenbücher
Vor den Standesämtern führten die Pfarreien Tauf-, Heirats- und Sterbebücher. Viele Kirchenbücher sind online:
- Archion: ein großer Teil der evangelischen Kirchenbücher, kostenpflichtig, mit Zugängen für 1, 3 oder 12 Monate, die sich nicht automatisch verlängern.
- Matricula: katholische Kirchenbücher, teilweise kostenlos, aber nicht für alle deutschen Bistümer.
- FamilySearch, kostenlos mit Konto, hat ebenfalls verfilmte deutsche Kirchenbücher und Abschriften.
Was nicht online ist, liegt im Kirchenbuchamt, im Bistumsarchiv oder im Landeskirchlichen Archiv.
CompGen: GenWiki, GEDBAS, Ortsfamilienbücher
Der Verein für Computergenealogie (CompGen) bietet kostenlos viel Hilfe. Im GenWiki stehen Hinweise zu Orten, Archiven und Quellen. In GEDBAS haben Forscher ihre Stammbäume veröffentlicht, vielleicht auch zu Ihrer Familie. Die Online-Ortsfamilienbücher fassen für einzelne Orte alle Familien aus den Kirchenbüchern zusammen. Dazu kommen digitalisierte Adressbücher und die Verlustlisten des Ersten Weltkriegs.
Adressbücher
Städtische Adressbücher nennen Namen, Beruf und Adresse, oft Jahr für Jahr. So sehen Sie, wann jemand zuzog, umzog oder verschwand. Viele sind digitalisiert, bei CompGen oder in Landes- und Stadtbibliotheken.
Auswanderer
Ist ein Zweig der Familie ausgewandert, helfen die Hamburger Passagierlisten von 1850 bis 1934, die über Ancestry (kostenpflichtig) zugänglich sind. Mehr in ausgewanderte Vorfahren finden.
Soldaten
Für Soldaten der beiden Weltkriege ist das Bundesarchiv eine wichtige Anlaufstelle. Die frühere WASt, die Auskünfte über Wehrmachtsangehörige gibt, gehört seit 2019 zum Bundesarchiv. Für den Ersten Weltkrieg helfen die Verlustlisten bei CompGen, siehe auch Vorfahren im Ersten Weltkrieg finden.
DNA
Ein DNA-Test kann Verwandte zeigen, die Sie nicht kannten, und eine Vermutung bestätigen. Er ersetzt aber keine Urkunden. Mehr in DNA-Tests in der Ahnenforschung verstehen.
Quellen notieren
Schreiben Sie zu jeder Angabe auf, woher sie stammt: Archiv, Bestand, Kirchenbuch, Jahrgang, Seite oder Eintragsnummer, und das Datum Ihrer Recherche. Trennen Sie, was belegt ist, von dem, was Sie vermuten. Familienerzählungen sind wertvoll, aber halten Sie fest, von wem Sie sie gehört haben.
Alte Schrift lesen
Ältere Kirchenbücher und Urkunden sind oft in deutscher Kurrentschrift geschrieben, im 20. Jahrhundert teils in Sütterlin. Das wirkt zunächst unlesbar, lässt sich aber mit Schrifttafeln Buchstabe für Buchstabe lernen. Bei schwierigen Stellen ist es üblich, in Genealogie-Foren oder bei einem Verein um Hilfe beim Transkribieren zu bitten.
Mit Vereinen arbeiten
In fast jeder Region gibt es genealogische Vereine. Sie kennen die örtlichen Archive, haben oft eigene Bibliotheken und Abschriften, und andere Mitglieder forschen vielleicht schon an denselben Familien. Ein Anruf oder eine E-Mail spart manchmal Monate.
Die Funde aufbewahren
- Der Stammbaum als GEDCOM-Datei. Programme wie Gramps (kostenlos) oder Ahnenblatt lesen und schreiben GEDCOM, so sind Sie an kein Programm gebunden. Mit unserem kostenlosen GEDCOM-Viewer sehen Sie Generationen und Lücken, und der GEDCOM-Prüfer findet verstümmelte Umlaute, doppelte IDs und unmögliche Daten.
- Scans der Urkunden, mit der Quellenangabe im Dateinamen oder daneben.
- Fotos mit Namen und Jahr. Ein Foto ohne Namen zeigt in zwei Generationen Unbekannte.
- Aufnahmen der Ältesten, mit Angabe, wer spricht und wann.
Und alles an mehr als einem Ort.
Ahnenforschung zusammenhalten mit The Memory Palace
The Memory Palace ist ein privater 3D-Palast für die Geschichte Ihrer Familie: auf iPhone, iPad, Android und im Browser, auf Deutsch und in vier weiteren Sprachen, mit Datenspeicherung in der EU.
- Der Stammbaum. Bauen Sie ihn in der App auf oder bringen Sie Ihre GEDCOM-Datei mit, und nehmen Sie ihn als GEDCOM wieder mit. Baumansicht, Fächerdiagramm und Nachkommenansicht, mit einem Foto pro Person.
- Ein Raum pro Person. Urkunden, Briefe und Fotos hängen dort zusammen, mit Namen und Jahr unter jedem Rahmen. Ein Flügel pro Familienzweig, wenn Sie möchten.
- Die Stimme neben dem Foto. Sie sprechen selbst ein, wer es war, oder fügen eine vorhandene Aufnahme hinzu.
- Mit Verwandten teilen. Sie laden Angehörige in einen Raum oder Flügel ein, und sie ergänzen eigene Fotos, Geschichten und Aufnahmen. Den Stammbaum teilen Sie per Link. Alles andere bleibt privat.
- Alles wieder mitnehmen. Ein vollständiger Export als ZIP-Datei, jederzeit, auch im kostenlosen Tarif.
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Verwandte Ratgeber
Häufige Fragen
Wie fange ich mit der Ahnenforschung an?
Mit einer Frage, etwa: Woher kam die Familie meiner Großmutter? Sammeln Sie dann, was in der Familie vorhanden ist: Familienstammbuch, alte Urkunden, Totenzettel, Fotos. Befragen Sie die ältesten Verwandten. Erst danach gehen Sie zum Standesamt und in die Archive, und zwar Generation für Generation zurück.
Ist Ahnenforschung kostenlos möglich?
Zu einem großen Teil ja. Die Angebote des Vereins für Computergenealogie (GenWiki, GEDBAS, Online-Ortsfamilienbücher, Adressbücher) sind kostenlos, ebenso ein Teil der katholischen Kirchenbücher auf Matricula. Für evangelische Kirchenbücher auf Archion und für Urkunden beim Standesamt fallen Gebühren an.
Wo finde ich Kirchenbücher online?
Evangelische Kirchenbücher sind zu großen Teilen auf Archion, mit einem Zugang für 1, 3 oder 12 Monate, der sich nicht automatisch verlängert. Katholische Kirchenbücher sind teilweise kostenlos auf Matricula, allerdings nicht für alle deutschen Bistümer. Was online fehlt, liegt im Kirchenbuchamt oder im Bistums- oder Landeskirchenarchiv.
Darf ich beim Standesamt Urkunden meiner Vorfahren anfordern?
Ja. Nach § 62 Personenstandsgesetz dürfen Sie Urkunden über sich selbst, Ihren Ehe- oder Lebenspartner, Ihre Vorfahren und Ihre Nachkommen anfordern. Für Geschwister, Tanten oder Onkel brauchen Sie ein rechtliches Interesse. Ältere Register, deren Frist abgelaufen ist, liegen meist im Stadt- oder Kreisarchiv und sind dort einsehbar.
Wie bewahre ich meine Ergebnisse der Ahnenforschung auf?
Den Stammbaum als GEDCOM-Datei, die fast jedes Programm lesen kann, die Urkunden als Scans mit Quellenangabe, die Fotos mit Namen und Jahr, und Gespräche mit den Ältesten als Tonaufnahme. Alles an mehr als einem Ort. Mit unserem kostenlosen GEDCOM-Viewer sehen Sie im Browser, was in Ihrer Datei steht.
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